Hitzewelle wirft Fragen auf...
von Wolfgang Mallin
Schaut man aktuell in Wetterbericht, dann stellt man sich die Frage wie oder mit was man wohl bei dieser anhaltenden Hitze seine (wichtige!) Behandlung gegen die Varroamilbe machen soll. Eine Behandlung mit AS führt bei diesem Wetter zu einer schnellen Verdunstung und damit schnellem Anstieg der Säurekonzentration in der Beute. Das ist starker Stress für ein Bienenvolk und damit steigt das Risiko eines Verlustes der Königin.
Für unsere Wirtschaftsvölker hatten wir die eine "kühlere" Woche im Juli für eine erste Stoßbehandlung vor der Einfütterung genutzt. Zum Glück - dann seither waren die Temperaturen viel zu hoch, um eine Behandlung mit AS durchzuführen. Wieder einmal zeigte sich, dass in der Imkerei oft der richtige Zeitpunkt der Schlüssel zum Erfolg ist...
Da wir Anfang September in den Urlaub gehen wollen und damit unsere Ableger bis Ende August behandelt sein müssen stellten wir uns die Frage, wie hier behandeln? Der Langzeit-Wetterbericht verschiebt die Hitzeperiode seit Tagen "nach hinten" und für uns wird die Zeit knapp, um auf kühleres Wetter für die Behandlung mit AS zu warten. Wir haben uns daher entschlossen mit Thymol zu behandeln.
Unsere Ableger stehen aktuell an einem schattigen Platz und die Tageshöchsttemperaturen sind daher nicht so extrem. Das aktuell warme und sehr trockene Wetter eignet sich hierfür gut.
Als Thymol-Produkte sind z.B. Thymovar und Apilife verfügbar. Diese sind nicht apothekenpflichtig und können im Internet frei bestellt werden.
Die mit Thymol getränkten Streifen sollte man nicht direkt auf die Oberträger legen. Nach unserer Erfahrung werden die Streifen sonst sehr schnell von den Bienen zernagt und über das Flugloch entsorgt. Der Behandlungserfolg ist dann fragwürdig.
Wir legen die Streifen daher zwischen zwei zugeschnittene Matten aus Propolis-Gitter.
- Unteres Gitter auf die Oberträger legen
- Thymolstreifen auf das Gitter legen
- Oberes Gitter auf den Thymolstreifen legen
Die Gitter sollten die Thymolstreifen vollständig abdecken.
Am Ende sieht das dann so aus...
Zur Vollständigkeit möchte ich hier den Erfahrungsbericht unseres Imkerkollegen Manfred Riedel aus Backnang erwähnen. Er hat die Thymolstreifen über einen längeren Zeitraum angewendet und ist der Meinung, dass eine gute Wirksamkeit nur bei Völkern auf einer Zarge gegeben ist. Dies ist ja bei unseren Ablegern gegeben.
Dann gibt es noch das Gerücht, dass Völker während der Behandlung mit den Thymolstreifen kein Futter mehr aufnehmen. Wir werden das beobachten. Auf allen Ablegern sind Futtermagazine und wir haben bisher nicht mit der Wintereinfütterung begonnen - nur wöchentlich eine dosierte Futtermenge gegeben.
Wir werden in den nächsten Tagen mit der Wintereinfütterung beginnen und dabei beobachten, ob das Futter abgenommen wird. Sollte es tatsächlich so sein, dass kein Futter abgenommen wird, dann werden wir die Behandlung mit Thymol abbrechen.
Dann ist guter Rat teuer und es bleibt nur die Hoffnung auf einen schnellen Wetterumschwung...
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