Grüße zum neuen Jahr
Ein Blick zurück und nach vorn...
Liebe Mitglieder,
ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Manche von uns hatten in 2025 die beste Honigsaison ihrer Imkerlaufbahn - ein wahrhaft guter Lohn für unsere anstrengende Arbeit. Und es zeigt auch, dass 2025 ein gutes Jahr für die Bienen war, denn nur gesunde, starke Völker können solche Erträge nachhause bringen.
Im Juni 2025 haben wir wieder eine größere Anzahl von Neuimkern aus unserem Kurs verabschiedet und es ist schön zu sehen, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich für Bienen und die Imkerei interessieren. Auch wir haben beim letzten Neuimkerkurs wieder dazu gelernt und "feilen" aktuell an unserem Ausbildungskonzept. Daher wird es im neuen Kurs 2026 einige Änderungen geben. Wir hoffen damit noch besser unser Wissen an die Neuimker vermitteln zu können.
Doch es gab auch weniger erfreuliche Erfahrungen im zurückliegenden Jahr. Die asiatische Hornisse Vespa Velutina hat sich in unserem Vereinsgebiet ausgebreitet. Noch haben wir es überwiegend mit einzelnen Hornissen zu tun, die an unseren Bienenständen auftauchen. Aus den Erfahrungen in Frankreich und Italien weiß man aber, dass dies aufgrund des Vermehrungspotentials der asiatischen Hornisse nicht so bleiben wird. Was uns hier erwartet, das wird die nahe Zukunft zeigen – vielleicht schon in 2026. Einen besonderen Dank möchte ich denen aussprechen, die sich ehrenamtlich bei der Bekämpfung der Vespa Velutina engagieren. Es wird zum Nutzen von uns allen sein. Vielen Dank für diesen Einsatz!
Herausforderungen gibt es wahrlich genug, das nicht nur weltpolitisch. Vespa Velutina, der ewige Kampf gegen die Varroamilbe, ABPV / CBPV und demnächst noch eine neue, aggressivere Milbenart aus Ostasien. Dann mehren sich noch die Diskussionen über eine "schädigende" Wirkung von Bienenvölkern für andere Insektenarten und manche fordern ein Aufstellungsverbot in Naturschutzgebieten mit großen Pufferzonen darum herum. Komisch nur, dass die Fauna vor einigen Jahren ein vielfaches an Bienenvölkern vertragen hat und dies keine schädigende Wirkung auf andere Insektenarten hatte. Da scheint man Ursache und Auswirkung zu verwechseln.
Manche bezeichnen die Imkerei gar als Massentierhaltung und fordern mehr Tierwohl, ohne vermutlich zu wissen was dies bei der Apis Mellifera überhaupt bedeutet. Der erfahrene Imker weiß, dass nur gesunde, starke Bienenvölker einen guten Honigertrag bringen. Gerade das zurückliegende Jahr ist der beste Beweis dafür.
Ja, man könnte den Mut verlieren und ich verstehe, wenn manche Menschen resignieren. Auch und gerade mit Blick auf die wirtschafliche und weltpolitische Situation. Aber ohne Zuversicht keine Zukunft und mit Resignation wird garantiert nichts besser. Gerade meine Generation darf sich doch eigentlich nicht beschweren - betrachten wir die Vergangenheit und was unsere Eltern erleiden und als Herausforderungen meistern mussten, dann sollten wir dies einmal mit unserem Werdegang und unserer Situation vergleichen. Jammern auf hohem Niveau.
Doch es gibt auch positive Nachrichten. Die bekommen nur leider nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Ein Beispiel ist Paul Jungels aus Luxemburg. Er scheint es mit seiner unermütlichen Zuchtarbeit tatsächlich geschafft zu haben, eine Biene zu züchten, die resistent gegen die Varroamilbe ist. Ich ziehe den Hut vor diesem Mann, der aus innerem Antrieb heraus ohne jegliche Profitgier diese mühsame Zuchtarbeit über Jahre hinweg voran getrieben hat. Jahrelang hat man ihn belächelt, jetzt gibt es immer mehr „Trittbrettfahrer“. Unterstützung durch offizielle Stellen gab's für ihn wenig bis überhaupt nicht. Jetzt wird die Frage sein, wie man diese züchterischen Fortschritte in die Breite bringt. Man darf gespannt sein, welche Rolle die Imkerverbände dabei spielen.
Blicken wir in unseren Vereinskalender, dann ist das erste wichtige Ereignis in unserem Verein die Neuwahl von Vorständen und Ausschuss. Da es keine externen "Störgrößen" gibt, kann diesmal turnusgemäß nach vier Jahren die Wahl am 21.02.2026 durchgeführt werden. Ich hoffe, dass sich zahlreiche Mitglieder an dieser Wahl beteiligen. Ich möchte hiermit bekannt geben, dass ich nach 9 Jahren aus persönlichen Gründen nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden kandidieren werde. Ich werde im Verein aber weiterhin aktiv mitarbeiten – sofern man mich wählt, gerne auch im Ausschuss.
Abschließend möchte ich Ihnen und Ihren Familien ein gutes neues Jahr wünschen. Bleiben Sie zuversichtlich - denn jeden Morgen geht wieder die Sonne auf. Das garantiere ich.
Mit imkerlichen Grüßen
Wolfgang Mallin
1. Vorsitzender BV Besigheim e.V.
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